Bericht über die Sicherheit von Tiefkühl-Fischstäbchen wirft Bedenken auf
Ein kürzlich durchgeführter Bericht der angesehenen deutschen Verbraucherzeitschrift Oekotest hat besorgniserregende Erkenntnisse hinsichtlich der Sicherheit von Tiefkühl-Fischstäbchen aufgedeckt – ein beliebtes Produkt in vielen Haushalten. Diese eingehende Untersuchung hat enthüllt, dass mehr als die Hälfte der getesteten Tiefkühl-Fischstäbchen potenziell schädliche Mengen an 3-Monochlorpropandiol-1,2 (3-MCPD) enthalten, eine Substanz, die als wahrscheinliches Karzinogen eingestuft ist.

Studien-Highlights
Von den 19 Marken von Fischstäbchen, die untersucht wurden, wurden bei erstaunlichen 11 übermäßige Mengen an 3-MCPD festgestellt. Darüber hinaus wurden in einigen Fällen Spuren von Glycidol gefunden, einer Verbindung, die gemäß der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mutagene und aufregende Effekte in Tierversuchen aufweist.
Herstellungsprozess und Risikofaktoren
Fischstäbchen werden in der Regel aus auf großen Fischereifahrzeugen schockgefrorenem Fisch hergestellt, dann zu Stäbchen verarbeitet und vor der abschließenden Tiefkühlung in Fabriken an Land vorgebraten. Obwohl der Vorbratprozess nur etwa dreißig Sekunden dauert, besteht ausreichend Zeit für die Bildung von giftigen Substanzen, insbesondere wenn pflanzliche Frittierfette erhitzt werden.
Gesundheitliche Auswirkungen
Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft 3-MCPD als mögliches Karzinogen ein, und Studien deuten darauf hin, dass es bei Tieren Nierenschäden verursachen kann. Die EFSA hat einen täglichen Höchstaufnahmewert für 3-MCPD festgelegt. Berechnungen von Oekotest legen nahe, dass ein 30 Kilogramm schweres Kind diesen Grenzwert überschreiten könnte, indem es nur fünf Fischstäbchen konsumiert.
Reaktionen der Branche und Bedenken
Als Reaktion auf diese beunruhigenden Erkenntnisse haben einige Unternehmen Gegenevaluierungen vorgelegt, in denen behauptet wird, dass ihre Produkte unterhalb der maximalen Schwelle für 3-MCPD liegen. Viele Unternehmen geben an, aktiv daran zu arbeiten, die Präsenz solcher Verunreinigungen und Glycidol durch Optimierung der Bratbedingungen und Verbesserung der Ölfilterung zu reduzieren. Oekotest hingegen behauptet, dass die Ergebnisse von 2023 keine signifikante Verbesserung gegenüber früheren Tests aus dem Jahr 2020 zeigen.
Unterschiedliche Testergebnisse und Zusammensetzung
Die getesteten Fischstäbchen, hauptsächlich bestehend aus Alaska-Pollack, Schellfisch, Kabeljau oder Pazifischem Hecht, zeigten unterschiedliche Ergebnisse. Sechs Produkte erhielten im Test eine “gute” Bewertung, ohne Abzüge für schädliche Substanzen und mit einem Bekenntnis zur nachhaltigen Beschaffung von Fisch aus gesunden Beständen.
Hygieneaspekte und Beruhigung für Verbraucher
Während die gesundheitlichen Bedenken unbestreitbar sind, bot die Studie etwas Beruhigung in Bezug auf die Hygiene. Fast alle getesteten Proben waren frei von Spulwürmern und wiesen minimale Keimzahlen auf. Ein Produkt überschritt jedoch den Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, was auf potenzielle Hygienefehler in der Produktionskette hinweist.
Zusammenfassend unterstreicht dieser Bericht die dringende Notwendigkeit strenger Qualitätskontrollmaßnahmen und erhöhter Transparenz in der Tiefkühl-Fischstäbchen-Industrie. Verbraucher werden dazu aufgefordert, informiert zu bleiben, Vorsicht walten zu lassen und Marken zu unterstützen, die sowohl die Gesundheit als auch die Nachhaltigkeit in den Fokus stellen.
Von: Oekotest
